Samstag, 22. November 2008
Asuncion - Resistencia
Gegen Mittag startete unsere Reise in Asuncion, von wo wir zuerst nach Resistencia reisen wollten um dort direkt im Anschluss einen Bus nach Salta, der Hauptstadt der gleichnamigen Provinz und erstem Ziel unserer Tour, zu nehmen. Leider haben weder der Mitarbeiter der Busgesellschaft noch wir bedacht, dass Argentinien im Gegensatz zu Paraguay eine Stunde im Plus ist, so dass wir unseren Bus in Resistencia knapp verpassten. Zum Glueck hatte jedoch der letzte Bus nach Salta noch ein paar wenige Restplaetze frei, so dass wir diesen nach wenigen Stunden Aufenthalt, die wir zusammen mit drei neu kennengelernten Brasilianern verbrachten, nehmen konnten.
Sonntag, 23. November 2008
Salta
Nachdem wir die Nacht durchgefahren sind, auf der wir Morgens neben einem Fruehstueck im Bus (Top Service) auch noch mit den ersten Andenauslaeufern eine grandiose Sicht geboten
bekommen haben, kamen wir Vormittags in Salta an und wurden
direkt von einem Hostelbesitzer angesprochen, welcher uns kurz sein Angebot praesentierte. Da sich dieses (Taxifahrt zum Hostel wird von selbigen uebernommen, ein Bett im Sechserzimmer, welches fuer uns mit den drei Brasilianern ausreichte, kostete 33 Pesos pro Nacht, freier Internetzugang sowie privates Badezimmer) fuer uns gut anhoerte, sagten wir zu und wurden zu unserer neuen Bleibe gefahren. Hier konnten wir uns ein bisschen frisch machen bevor wir die Stadt erkunden gehen konnten, welche auf den ersten Blick sehr nett und einladend wirkte. Nach einem Restaurantbesuch,bei dem wir wirklich gutes Fleisch (sind ja schliesslich in Argentinien) geboten bekamen, setzten wir uns an die Plaza gegenueber der
Catedral um, genau wie der Grossteil der anderen Bewohner Saltas, Siesta zu halten. Diese wird hier nahezu konsequent durchgezogen,
zwischen eins und halb zwei Uhr Nachmittags schliessen die Geschaefte und sogar die Haupteinkaufsstrasse wirkt beinahe wie verwaist. Da mindestens 40 Grad herschten, war eine Siesta das vernuenftigste was wir machen konnte.
Spaeter Nachmittags machten wir uns auf den Weg zum "Cerro San Bernardo", dem Berg, von dem aus man eine Sicht ueber die ganze Stadt hat. Eigentlich hatten wir uns vorgenommen, diesen zu Fuss statt per Seilbahn zu besteigen, doch da
immernoch mehr als 40 Grad herschten, war diese doch das vernuenftigere. Oben
angekommen wurde erstmal die Aussicht auf Salta, welches von den Anden umschlossen auf einer Ebene liegt, genossen, genug Fotos geschossen und hinterher in die Bar gesetzt um ein oder zwei Bierchen zu trinken.
Irgendwann kam fuer mich dann der Zeitpunkt, mich zu verabschieden, da an jenem Tag ein Spiel von Juventud Antonia Salta, einem der drei grossen und jeweils mit einer beachtlichen Fanszene ausgestatteten Vereine Saltas, stattfand.


Dieses Spiel wurde nicht in der eigentlichen Heimstaette Antonianas, dem Estadio "El Santuario", sondern im groesserem und relativ modernem "Estadio Padre Ernesto Martearena" ausgetragen. Wieso dieses Spiel dorthin verlegt wurde, kann ich jedoch nicht genau sagen, an der Brisanz der Begegnung lag es jedoch sicherlich kaum... Den Weg zur Cancha fand ich, auch wenn ich,
da ich kein Kleingeld hatte, aus dem ersten Bus "geschmissen" wurde, leicht und war so ziemlich zeitig am Stadion. Irgendwann ins Stadion rein, auf die Gegentribuene, welche zwar billiger, dafuer jedoch "schoen" in der Sonne lag und von dort ein bisschen die Aussicht genossen, da man hinter der Tribuene die Anden erkennen kann. Da der Anstoss sich jedoch dank den hohen Temperaturen um gut eine halbe Stunde verzoegerte, zog es mich doch in den Schatten unter der Tribuene, von wo aus ich auch ein bisschen das Vorsingen der Barra beobachten und mich zwischendurch auf dem Bad erfrischen konnte, wie es anscheinend nahezu jeder Besucher tag. Zurueck auf der Tribuene, auf welcher neben den ueblichen Snacks auch in Tueten abgepackte
Koka- Blaetter, welche in den Andengebieten gerne als Medizin gegen die Hoehenkrankheit gekaut werden, verkauft werden, konnte ich kurz vor Spielbeginn den Einmarsch der Barra Brava beobachten. Nachdem man sich naemlich auf den Stadionvorplatz und spaeter unter der Tribuene eingesungen hatte, stuermte man geschlossen auf die Tribuene, auf der extra fuer sie der Bereich in der Mitte freigehalten wurde. Den Anfang machten die Trommler, welche ihre Instrumente hochhielten und reinrannten, hiernach kam der Rest der Barra reingestuermt, was schon ziemlich gut aussah. Das Spiel selbst war nicht besonders ansehnlich gefuehrt, was wahrscheinlich an den immernoch
relativ hohen Temperaturen lag. Nach 90 Minuten stand es 2:0 fuer die Heimmannschaft, ausserdem wurden noch zwei Spieler der Gastmannschaft mit Rot vom Platz gestellt, wobei sich einer von beiden am liebsten noch direkt auf dem Feld mit seinem Gegner gepruegelt haette. Von der Stimmung her war es auf Heimseite auch nicht ueberragend, zwischendurch, vor allem nach den Toren oder bei bestimmten Liedern, ganz gut, ansonsten jedoch eher durchschnittlich. Auf der Gegentribuene wurde dafuer jedoch ordentlich gegen den Gegner und den Schiedsrichter gepoebelt. Gaestefans aus dem fernem Villa Maria, was in der Provinz Cordoba liegt, haben uebrigens keine den Weg nach Salta gefunden, was ziemlich schade war, da Alumni anscheinend auch eine interessante Fanszene hat.
Nach dem Spiel hat mir dann eine nett anzuschauende Chica den Weg zurueck in die Innenstadt gezeigt, wo es dann im Hostel schon ziemlich zeitig ins Bett ging.
Spaeter Nachmittags machten wir uns auf den Weg zum "Cerro San Bernardo", dem Berg, von dem aus man eine Sicht ueber die ganze Stadt hat. Eigentlich hatten wir uns vorgenommen, diesen zu Fuss statt per Seilbahn zu besteigen, doch da
Irgendwann kam fuer mich dann der Zeitpunkt, mich zu verabschieden, da an jenem Tag ein Spiel von Juventud Antonia Salta, einem der drei grossen und jeweils mit einer beachtlichen Fanszene ausgestatteten Vereine Saltas, stattfand.
Club Juventud Antoniana de Salta - Alumni de Villa Maria 2:0
Torneo Argentino A
Estadio Padre Ernesto Martearena
4.000 Zuschauer
Estadio Padre Ernesto Martearena
4.000 Zuschauer
Dieses Spiel wurde nicht in der eigentlichen Heimstaette Antonianas, dem Estadio "El Santuario", sondern im groesserem und relativ modernem "Estadio Padre Ernesto Martearena" ausgetragen. Wieso dieses Spiel dorthin verlegt wurde, kann ich jedoch nicht genau sagen, an der Brisanz der Begegnung lag es jedoch sicherlich kaum... Den Weg zur Cancha fand ich, auch wenn ich,
Nach dem Spiel hat mir dann eine nett anzuschauende Chica den Weg zurueck in die Innenstadt gezeigt, wo es dann im Hostel schon ziemlich zeitig ins Bett ging.
Montag, 24. November 2008
Salta - San Miguel de Tucuman
Schon stand unser
Gegen Mitternacht erreichten wir Tucuman auch und machten uns direkt in das vom Lonely Planet empfohlene Hostel auf, welches auch zu ueberzeugen wusste. Hier ging es jedoch nach ein, zwei Bier ziemlich zuegig ins Bett.
Da es schon wieder extrem heiss, jedoch angenehmer als in Salta, war, verbrachten wir zuerst wieder einige Zeit im Schatten an einer zentralen Plaza. Spaeter schlenderten wir durch Tucuman, einer ziemlich geschichtstraechtigen Stadt, da hier die Republik Argentinien ausgerufen wurde, besuchten ein paar Kirchen sowie den grossen Park Tucumans und fragten uns unter anderem, wieso es ist in Asuncion nicht so gruen wie hier ist?!. Abends verliesen wir Tucuman auch schon wieder und fuhren nach Cordoba.
Mittwoch, 26. November 2008
Cordoba
Cordoba
Hier in Cordoba kamen wir am fruehen Vormittag an und wurden direkt von Regen empfangen. So blieben wir noch ein wenig im Terminal um zu Fruehstuecken, im Internet zu surfen oder einfach nur die
lange, gut 100 Meter lange Menschenschlange, welche auf ein Taxi warteten, zu bestaunen. Nachdem sich der Regen dann endlich auch gelegt hatte, machten wir uns zu Fuss auf um unser, wieder von Lonely Planet vollkommen zurecht empfohlenenes, Hostel zu finden. Auf dem Weg dorthin konnten wir uns schon einen ersten Eindruck Cordobas machen, welches einfach grandios ist. Die Stadt wirkt ziemlich europaeisch, die Frauen sehen genial aus, insgesamt macht die Stadt echt einen sehr guten Eindruck.
Unser Hostel lag ziemlich zentral in der Innenstadt, direkt an der Plaza, an der auch die Kathedrale steht, welche wir von unserem Zimmer aus sehen konnten. Nach kurzer Ausruhphase ging es dann direkt wieder zurueck zum Terminal, wo wir dann, nach eineinhalb Stunden Wartezeit, endlich auf Felix, einem AFS- FSJler in Bolivien, trafen und Tammo kennenlernten, welcher sein FSJ auch mit AFS in Bolivien macht, jedoch nicht wie wir im AFS Buero sondern im "weltwaerts"- Programm ist. Abends, nachdem wir uns zusammen in einem Restaurant mit Asado, also ordentlich Fleisch, gestaerkt, unser Wiedersehen gefeiert und gemeinsam auf die naechste Zeit zusammen eingestimmt haben, trafen wir uns dann an einer anderen Plaza mit einer Freundin von Felix sowie anderen Deutschen. Zusammen ging es spaeter Abends noch mit drei, doch noch recht jungen, Chicas, welche wir kurz vorher kennengelernt hatten, in eine Disco und liessen den Abend dort ausklingen.
Unser Hostel lag ziemlich zentral in der Innenstadt, direkt an der Plaza, an der auch die Kathedrale steht, welche wir von unserem Zimmer aus sehen konnten. Nach kurzer Ausruhphase ging es dann direkt wieder zurueck zum Terminal, wo wir dann, nach eineinhalb Stunden Wartezeit, endlich auf Felix, einem AFS- FSJler in Bolivien, trafen und Tammo kennenlernten, welcher sein FSJ auch mit AFS in Bolivien macht, jedoch nicht wie wir im AFS Buero sondern im "weltwaerts"- Programm ist. Abends, nachdem wir uns zusammen in einem Restaurant mit Asado, also ordentlich Fleisch, gestaerkt, unser Wiedersehen gefeiert und gemeinsam auf die naechste Zeit zusammen eingestimmt haben, trafen wir uns dann an einer anderen Plaza mit einer Freundin von Felix sowie anderen Deutschen. Zusammen ging es spaeter Abends noch mit drei, doch noch recht jungen, Chicas, welche wir kurz vorher kennengelernt hatten, in eine Disco und liessen den Abend dort ausklingen.
Donnerstag, 27. November 2008
Cordoba - Buenos Aires
Cordoba - Buenos Aires
Ausgeschlafen, vielleicht auch eher verschlafen und mit verpasstem Fruehstueck, machten wir uns langsam auf den Weg nach "Alta Gracia", dem Ort, in dem Ernesto Che Guevara einen Grossteil seiner Kindheit verbrachte und in dem heute ein Museum in eben jenem Haus, in dem er aufwuchs, an ihn erinnert. Nach einer einstuendigen Busfahrt kamen wir puenktlich zur Siesta an. So waren wir vier auch so ziemlich die einzigen, die zu der Zeit auf der Strasse rumliefen. Auf diese Art kann man auch "Touristen" von Einheimischen unterscheiden. Das wahrlich interessante Che- Museum gibt einen Einblick in sein Leben, seine Kindheit, seine Reisen durch Suedamerika und nach New York und wie er sich spaeter entwickelt hat.
Zurueck in Cordoba verabschiedete ich mich vorerst von den anderen dreien, welche noch mindestens einen Tag laenger in Cordoba bleiben wollten um dann ueber einen Nationalpark und Rosario nach Buenos Aires zu kommen. Ich hingegen trat jetzt schon frueher die Reise in die Hauptstadt Argentiniens an. Dort wollte ich mir unter anderem die Spiele von Huracan gegen San Lorenzo, welches eines der brisantesten, wahrscheinlich jedoch leider auch das blutigste Classicos Argentiniens ist und Boca Juniors gegen Racing Club anschauen.
Zuerst jedoch stand ein Spiel in Cordoba selbst auf dem Programm:
Zurueck in Cordoba verabschiedete ich mich vorerst von den anderen dreien, welche noch mindestens einen Tag laenger in Cordoba bleiben wollten um dann ueber einen Nationalpark und Rosario nach Buenos Aires zu kommen. Ich hingegen trat jetzt schon frueher die Reise in die Hauptstadt Argentiniens an. Dort wollte ich mir unter anderem die Spiele von Huracan gegen San Lorenzo, welches eines der brisantesten, wahrscheinlich jedoch leider auch das blutigste Classicos Argentiniens ist und Boca Juniors gegen Racing Club anschauen.
Zuerst jedoch stand ein Spiel in Cordoba selbst auf dem Programm:
Club Atletico Belgrano - C.A. Tiro Federal 0:2
Nacional B
Estadio El Gigante de Alberdi
17.000 Zuschauer
Nacional B
Estadio El Gigante de Alberdi
17.000 Zuschauer
Vom Terminal aus machte ich mich per Bus auf zur Cancha, stieg jedoch ein paar Blocks zu spaet aus, was aber kein Problem war, da ich das Stadion doch leicht finden konnte. Atletico Belgrano, einer der groessten Vereine Cordobas, spielt um den Aufstieg in die Primera Division, weswegen ich mir schon einiges fuer das Spiel erhoffte. Am Stadion angekommen bekam ich dann aber von einem Polizisten die Horrornachricht, dass keine Eintrittskarten mehr verkauft werden! Mierda! Sowas kann nicht sein, der ist bestimmt nur falsch informiert, dachte ich mir, also bin ich, nachdem ich vorher von einem Fanartikelhaendler, welcher einen "leicht" asigen Eindruck machte, fuer 100 Pesos eine Karte angeboten bekommen habe, einmal um das halbe Stadion rumgerannt. Hier gab es, im Gegensatz zum vorherigem Eingang, auch keine grossen Absperrungen um das Stadion herum, so dass ich direkt vor der Cancha stand. Ein Ordner verwies mich auf die Verkaufsstelle fuer Socios, an der ich jedoch, auch nachdem ich gesagt hatte, dass ich mir eine Karte hinterlegt haben lasse (habe ich natuerlich nicht, aber irgendwie musste ich ja Eintritt ins Stadion kriegen), keine Entrada verkauft. Man verwies mich auf den Verkaufsstand an einer Plaza, welche gut sechs Blocks vom Stadion entfernt steht. Super, keine 20 Minuten mehr bis zum Spielbeginn und ich darf da hochrennen. Dies ist auch nicht besonders einfach, wenn einem immer Leute entgegenkommen, die gerade zum Spiel wollen und einem so den Weg versperren und man immer um diese rumrennen darf. Gluecklicherweise hatte diese Verkaufsbude noch offen, so dass ich, leicht gestresst, der Anpfiff rueckte ja schliesslich immer naeher, das Geld auf den Tisch warf, meine Karte nahm und zurueck zur Strasse rannte, um nach einem Taxi ausschau zu halten. Ein freies fand ich keines, jedoch stand mir direkt gegenueber eines mit zwei Hinchas von Belgrano, wo ich dann mitfahren durfte. Das man sowas normalerweise nicht machen sollte, einfach bei Fremden ins Auto (oder, wie in dem Fall, Taxi) zu steigen, vor allem nicht in Suedamerika, muss mir jetzt nicht extra gross gesagt werden, jedoch rief ja das Fussballspiel ;) Mit meinen Mitfahrern habe ich mich dann auf der kurzen Fahrt noch ein bisschen ueber Fussball und Argentinien unterhalten. Am Eingang zur Populares habe ich mich dann von meinen Mitfahrern verabschiedet, deren Einladung, nach dem Spiel in der Innenstadt Cordobas was trinken zu gehen musste ich jedoch leider ausschlagen, da um 01:00 Uhr morgens mein Bus Richtung Buenos Aires gehen sollte. Von diesem Eingang durfte ich noch einmal um das halbe Stadion rum zu meinem Eingang laufen. Unglaublich, was ich fuer Strecken fuer dieses Spiel gehen musste. Schlussendlich kam ich doch mit ca zehn Minuten Verspaetung im Stadion an, hatte auch nicht gerade den besten Platz sondern nur einen ganz aussen auf der Gegentribuene mit schlechter Sicht auf das Feld sowie der Hinchada hinter einem Tor, aber ich war, nach dem Stress, doch drin. Vom Spiel hatte ich anscheinend, da es noch 0:0 stand, auch noch nicht viel verpasst. Insgesamt war das Spiel auch nicht besonders gut. Tiro schaffte mit dem 2:0 Sieg gegen den Aufstiegskandidaten eine kleine Sensation, wodurch Belgrano einen Rueckschlag im Aufstiegskampf erlitt. Auch von der Stimmung war es nicht besonders genial. Anscheinend gibt es hier vier mehr oder weniger grosse Gruppen, verteilt auf drei Tribuenen. Eine steht auf der Gegentribuene und hat dort auch ein paar Baender gespannt, war jedoch sonst nicht zu vernehmen, eine kleine, anscheinend sehr junge Gruppe, hat ihren Standort hinter einem Tor und schaffte es waehrend des Spiels bis auf wenige Ausnahmen nicht, grosse Teile der Tribuene mitzureisen, sowie zwei Gruppen, die beide auf der anderen Hintertortribuene stehen. Diese beiden Gruppen sind die groessten bei Belgrano und waren auch in der Anfangsphase recht aktiv, teilweise wurden auch Fahnen geschwenkt Bzw. in den Vereinsfarben gehaltene Regenschirme praesentiert. Zum Ende der ersten Halbzeit jedoch fingen beide Gruppen an, sich auf der Tribuene zu pruegeln. Infolgedessen wurden die Zaunfahnen abgehangen und sonstige Unterstuetzung von beiden Gruppen eingestellt. In der Pause machte die kleinste der vier Gruppen gross auf sich aufmerksam, nachdem sie es schafte, waehrend der Pause noch, "ihre" ganze Tribuene sowie noch groessere Teile des restlichen Stadions mit dem Lied:
"todos los domingos
salimos de caravana
para ir a ver al pirata
se lleva en el corazon
no como galleres
qe solo va cuando gana
desaparece en las malas
porque es amargo y cagon!!"
mitzureissen. Auf einmal waren hier jetzt alle nahezu am ausrasten, alle waren zusammen am singen, am klatschen, es wirkte alles schon ziemlich beeindrucken. Leider herschte schon wenige Minuten nach Wiederanstoss nahezu Ruhe im Stadion und die Gesaenge breiteten sich nicht aus. Erst nach dem 0:2 kurz vor Ende, als die Niederlage somit feststand, wurde es wieder richtig laut im Stadion.salimos de caravana
para ir a ver al pirata
se lleva en el corazon
no como galleres
qe solo va cuando gana
desaparece en las malas
porque es amargo y cagon!!"
Direkt nach Abpfiff machte ich mich auf den Weg zum Terminal, wo mir ca sieben Minuten bevor mein Bus Richtung Buenos Aires losfaheren sollte, von einem Busbahnhofmitarbeiter gesagt wurde, dass mein Bus heute von wo anders aus abfaehrt. Zum Glueck ist dann doch alles gut gegangen und ich erreichte meinen Bus noch puenktlich.
Freitag, 28. November 2008
Buenos Aires
Buenos Aires
Nach einer ereignisslosen Nacht im Bus kam ich vormittags endlich in Buenos Aires, nicht nur der Hauptstadt Argentiniens sondern unter anderem auch des Tangos und des Fussballs, an. Der Weg zum "Lime- House" (und nicht Lima- Hostel, wie ich spaeter erfahren durfte), welches
Club de Gymnasia y Esgrima La Plata - Club Atletico Colon 1:0
Primera Division
Estadio Juan Carlos Zerillo (El Bosque)
15.000 Zuschauer
Primera Division
Estadio Juan Carlos Zerillo (El Bosque)
15.000 Zuschauer
gehen. Nach mehr als einstuendiger Fahrt kam ich auch endlich an, war jedoch immernoch recht zeitig, so dass Zeit blieb, noch den Milanesa- Burger des Bahnhofsimbisses zu probieren. Nun wollte ich eigentlich Janni treffen, doch nachdem dieser selbst nachdem er die "Hora Paraguaya" (er selbst hat mal fuer neun Monate in Asuncion gelebt) ueberschritten hatte, machte ich mich langsam alleine auf den Weg zum Stadion. Hier in Stadionnaehe traf ich ihn dann, zusammen mit seiner Freundin Katharina auf einer Parkbank sitzend, doch noch. Am Stadion wieder die Nachricht, dass Karten am Stadion selber nicht verkauft werden. Janni und seine Freundin bekamen Pressekarten, eine dritte wollte man uns jedoch nicht geben. Kurz darauf kam jedoch Pierre, ein Koelner, welcher nun fuer laengere Zeit in Suedamerika ist, vorbei, mit dem ich dann zusammen eine Pressekarte fuer mich organisieren konnte.
Wir fanden auch relativ schnell auf der Haupttribuene sehr gute Plaetze, welche auf Hoehe der Mittelline waren und genossen die schon vor Anstoss sehr gute Atmosphaere. Kurz vor Spielbeginn betrat die Barra wieder geschlossen die Tribuene und bahnte sich ihren Weg zu ihrem Bereich, welcher hier ebenfalls fuer sie freigehalten wurde. Als die Spieler dann einliefen wurden vom ganzen Stadion die laenglichen, in Vereinsfarben entweder blau oder weiss gehaltenen Luftballons nach vorne geschmissen, dazu wurde in der Mitte der Hintertortribuene, dem Bereich der Barra, eine Blockfahne praesentiert und im unbebautem Bereich auf der Gegenseite ging ein Feuerwerk los. Dazu sang das komplette Stadion unglaublich laut ihre Lieder, ein unglaublich geniales Intro also. Diese Stimmung hielt sich waehrend des Spiels auch mehr oder weniger so, oft stimmte das komplette Stadion in die Gesaenge ein. Als jeder schon dachte, dass das Spiel hier 0:0 ausgehen wuerde, fiel ca acht Minuten vor Abpfiff dann doch das 1:0 fuer Gymnasia, bei dem es auch blieb und welches das Stadion nun komplett zum ueberkochen brachte. Teilweise stand man auf den Sitzen, grosse Teile des Stadions waren am huepfen, einfach nur genial!!! Wahrscheinlich neben dem Stadtderby in Belo Horizonte letztes Jahr das bis zu dem Zeitpunkt genialste, was ich beim Fussball abseits von Borussia Dortmund erlebt habe!
Wieder zurueck in Buenos Aires ging ich mit zu Janni zu ein paar Bier und dem "Quilmes Fussball Stammtisch" mit einigen anderen Deutschen. Dementsprechend kam ich auch erst gegen fuenf Uhr morgens wieder in meinem Hostel an.
Samstag, 29. November 2008
Da heute der grosse Classico zwischen Huracan und San Lorenzo stattfinden sollte und weder ich noch Pierre eine Karte hatten, trafen wir beide uns schon Mittags am Bahnhof Constitucion um gemeinsam Richtung Bonbonera zu laufen, wohin dieses Spiel leider verlegt wurde. Eigentlich sollte mit diesem Spiel die Cancha von Huracan, welches dieses Jahr seinen hundertsten Geburtstag feiert, wiedereroeffnet werden, jedoch konnte, oder wollte, die Polizei nach einem mehr als blutigem Aufeinandertreffen von Fans beider Lager ein bisschen mehr als eine Woche vor diesem Classico nicht fuer die Sicherheit garantieren, weswegen die AFA beschloss, das Spiel hierhin zu verlegen und auch nur 23.000 Zuschauer zuzulassen. Alleine dies zeigt schon leider mehr als deutlich die Brisanz, welche in diesem Classico steckt.
Nach einem Fussmarsch von ungefähr einer halben Stunde stand sie also vor einem, "La Bonbonera", Bocas Pralinenschachtel, welche schon sehr imposant und beeindruckend aussieht. Wir machten uns sofort daran, Karten für dieses Spiel zu suchen, bekamen aber, wenn überhaupt, nur Karten für das Spiel Bocas am nächsten Tag angeboten. Auch an der Geschäftsstelle Huracans, zu der wir wenig später fuhren, hatten wir keinen Erfolg, doch zurück an der Bonbonera hatte Pierre letztlich doch Glück und kam als Journalist rein, so dass ich nun vorerst alleine hier stand. Doch dies war ich nicht für lange Zeit, da ich schnell eine Gruppe San Lorenzo- Hinchas fand, welche mir eine Populares zum Originalpreis verkauften- hatte ich also wieder so viel Glück wie beispielsweise vor dem DFB Pokalfinale 2008. 1,5 Stunden vor Spielbeginn befand ich mich also im (auch mit AFA- Zuschauerbeschränkung) noch ziemlich leerem Stadion und vertrieb mir die Zeit damit, mich mit Personen aus der Gruppe, welche mir die Karte verkauft hatten, zu unterhalten. Das Stadion füllte sich unterdessen immer weiter und so wurden immer öfter nun Lieder angestimmt, die grösstenteils vom ganzen Block getragen wurden. Klasse war ein älterer, grauhaariger und schon mindestens fünfzigjähriger Herr, der die ganze Zeit oberkörperfrei im Block herumrannte und mit den obszönsten Gesten Richtung Huracan auf sich aufmerksam machte. Die Leistung der Gegenseite kann ich schlecht einschaetzen, da man auf Grund der extrem hohen Lautstaerke San Lorenzos von Huracan ausser Bewegung im Block nichts mitbekam. Kurz vor Spielbeginn fing es auf einmal kräftigst an zu regnen, doch durch den Oberrang waren wir vor eben jenem geschützt. Als Intro zu Spielbeginn wusste San Lorenzo, soweit ich das mitbekam, nur akkustisch mit unglaublichem und wahrhaft ohrenbetäubend lautem Gesang aufzufallen, optisch behielt hier Huracan die Oberhand, welche längliche rote Bzw weisse Ballons nach vorne schmiss. Akkustisch konnte ich Huracan dabei nicht vernehmen, alle San Lorenzo Hinchas waren diese naemlich dermassen laut am auspfeifen, unglaublich genial... Nach vielleicht zehn Minuten ging Huracan mit 1:0 in Führung, was jedoch den Gesängen, bis auf einen kurzen Augenblick, keinen Abbruch tat. Da der Regen sich immer mehr verstärkte und es kaum mehr möglich war, auf diesem Rasen nun zu spielen (der Ball blieb beispielsweise mehr als einmal in einer der unzähligen Pfützen liegen), brach der Schiedsrichter die Partie nach 16 Minuten ab. Zurück im Hostel bekam ich dann die Nachricht, dass das Ska- P Konzert, welches für diesen Abend angesetzt war, ebenfalls dem Regen zum Opfer fiel, da die Konzerthalle wohl komplett unter Wasser stand.
Sonntag, 30. November 2008
Nachdem ich ausgeschlafen hatte, bin ich noch etwas an der 9 de Julio entlangspaziert um mich irgendwann auf in Richtung La Boca zum Spiel von Boca Juniors gegen Racing Club de Avellaneda zu machen. Da es kein Vorverkauf für dieses Spiel gab, musste ich wohl oder übel auf den Schwarzmarkt ausweichen, um mein Traum von einem Boca- Heimspiel doch erfüllt zu bekommen. Dort, einer Wiese in Stadionnähe, wurde ich auch recht schnell angesprochen, doch da mir die Karte mit 150 Pesos (nachdem ich sie schon von 200 runtergehandelt hatte) zu teuer war, wollte ich schon einen anderen Händler ansprechen, bevor sich mein Händler doch bereit erklärte, mir die Karte für 100 Pesos zu überlassen. Mit ihm zusammen gingen wir dann zu seinem Kollegen, welcher Karten besass. Auf den Weg dorthin fragte mich mein Händler noch solch komische Sachen wie beispielsweise, ob ich ihm sagen könnte, gegen wen Boca denn heute spielen würde. In dem Moment war ich kurz davor ihn auszulachen, ein Tickethändler, der nicht weiss, wofür er Tickets verkauft, heute jedoch weiss ich den genauen Grund dieser Fragen. Irgendwann dann endlich hielt ich meine Karte in der Hand, die ich leider, ohne sie mir gross anzuschauen (warum auch, die Karte, die er mir ja gezeigt hat, war ja eine Originalkarte fuer genau dieses Spiel gewesen, soweit ich das beurteilen kann) direkt wegsteckte, da hinter uns schon ein Strassenjunge war, welcher uns beobachtete. Froh darüber, dass ich doch so schnell eine Entrada organisieren konnte, verschlug es mich erstmal in ein Locutorio, einem Telefonladen/ Internetbar, um von dort aus Pierre oder Janni anzurufen und wegen des Abends zu fragen. Hier wollte ich mir noch einmal die Karte anschauen, fiel jedoch fast aus allen Wolken, als ich hier auf einmal nicht Racing und auch nicht Apertura ´08 sondern Velez als Gegner und Clausura als Spielzeit lass - da hat dieser PUTO mir doch echt eine falsche Karte in die Hand gedrückt. Jetzt wurde mir auch klar, wieso er mich nach Boca´s Gegner gefragt hat, doch gross darüber nachdenken wollte ich nicht und ging so so schnell wie möglich zurück zu der Wiese um den Typen zu suchen. Dies tat ich auch gut eine halbe Stunde, doch leider ohne Erfolg und so musste ich wohl einsehen, dass ich mein Geld verloren habe und einen Trickbetrüger auf den Leim gegangen bin. Ärgerlich, keine Frage, waren ja immerhin gut 25 Euro die ich da verloren hatte, aber man sieht sich ja immer zweimal im Leben...
Um wenigstens noch etwas Fussball zu sehen, dachte ich erst darüber nach, zum Spiel von Argentinos Juniors gegen Huracan zu fahren, was jedoch nur noch wirklich mit dem Taxi zu schaffen gewesen wäre. Da der Taxifahrer jedoch bei seinem Vater nachfragen musste, wie man hinkommt ("Ich weiss den Weg nicht, aber Papa weiss den bestimmt, den ruf ich mal kurz an"), liess ich das Spiel dann doch ausfallen und begab mich langsam zurück ins Hostel.
Montag, 01. Dezember 2008
Heute wollte ich den Stadtteilen Palermo und Recoleta, zwei reicheren Bezirken der Capital, einen Besuch abstatten, doch da es den ganzen Tag über am regnen war, war ich meiste Zeit damit beschäftigt, mich irgendwo unterzustellen und vor den Regen zu schützen statt gross was zu sehen. Auch beim Friedhof Recoletas, auf dem neben einer Reihe ehemaliger Präsidenten, berühmter Sportler und Schauspieler auch Evita begraben liegt, schaute ich kurz vorbei. Dieser wirkt mit seinen unzähligen grossen Mausoleen schon beeindruckend, leider jedoch war es immernoch am regnen, so dass ich den Friedhof nur einen Kurzbesuch abstattete und mich danach auf zum Fussball machte:
Club Atletico San Telmo - Club Atletico Defensores de Belgrano 1:1
Primera B
Estadion Alfredo Ramos
250 Zuschauer
Primera B
Estadion Alfredo Ramos
250 Zuschauer
Gespielt wurde dieses Spiel in der Cancha vom Primera C- Club Comunicaciones, welche jedoch bis auf eine Tribuene auf einer Seite nichts grossartiges zu bieten hat. Die Hinchada San Telmos, Gäste waren keine anwesend, da unter der Primera Division ein Gästeverbot herscht, bemühten sich zwar, hatten auch ein paar Bänder im Block gespannt, wussten jedoch, ebenso wie das Spiel, nicht wirklich zu überzeugen.
Dienstag, 02. Dezember 2008
Nachdem ich das Früstück schön verschlafen hatte, habe ich mich nach dem Mittagessen an den Platz vor dem Kongressgebaeude gesetzt und gesonnt, um mich dann irgendwann langsam per Zug vom Bf Constitucion aus Richtung Claypole zum Spiel
Club Atletico Claypole - Club Atletico Ferrocarril Midland 2:0
Primera D
Estadio Rodolfo Vicente Capocasa
400 Zuschauer
Primera D
Estadio Rodolfo Vicente Capocasa
400 Zuschauer
zu machen. Claypole ist ein kleinerer, ruhigerer 40.000 Einwohner Ort etwas ausserhalb der hektischen Capital. Die Cancha fand ich auch relativ schnell, war jedoch, als ich das Stadion betrat, sehr enttäuscht, da ausser zwei kleinen Tribünen auf einer Geraden und einer noch kleineren "Tribüne" hinter einem Tor das Stadion nichts zu bieten hatte. Von der heimischen Hinchada, Gäste waren dank Gaesteverbot keine anwesend, war ich dann aber doch mehr als positiv überrascht, da diese nahezu das ganze Spiel über aktiv waren. Ausserdem hatten sie ihre Tribüne noch mit einigen gespannten Bändern sowie Zaunfahnen geschmückt hat und waren nahezu ununterbrochen am schwenken von einigen kleineren Fahnen. Das Spiel ging mit 2:0 an den Gastgeber, wobei die Entscheidung erst kurz vor Abpfiff fiel.
Abends traf ich dann meine drei Mitreisenden wieder, welche sich, da sie mein Hostel dank einer Fehlinformation meinerseits nicht finden konnten, in einem anderem Hostel ganz in meiner Nähe einquartiert hatten.
Mittwoch, 03. Dezember 2009
Irgendwie hatte ich, warum auch immer, in Erinnerung, dass heute die restlichen 74 Minuten von Huracan gegen San Lorenzo gespielt werden sollten, doch als ich endlich einen der Typen, mit denen ich bei den ersten 16 Minuten in der Bonbonera war, endlich erreicht hatte (in Argentinien ist es wohl so, dass man Personen, die kein Guthaben mehr auf ihren Handy haben, wenigstens von den Locutorios aus nur noch mit einem extra hierfuer freigeschaltetem Telefon erreichen kann, welche eine unglaublich schlechte Qualitaet haben. Deswegen, weil er kein Guthaben hatte, habe ich ihn die Tage vorher nicht erreicht gehabt.), ueberbrachte mir dieser auf einmal die Horrornachricht, dass das Spiel schon gestern gewesen sei und San Lorenzo es mit 4:1 fuer sich entscheiden konnte. Ganz gross, erstmal so ein Spiel zu verpassen und sich das falsche Datum zu merken. Doch nachdem ich mich ein wenig fassen und beruhigen konnte, sah ich, dass ich zwar eines der groessten Classicos Argentiniens verpasst hatte, dieses jedoch in diesem Jahr von der AFA ziemlich zerstoert wurde, da ja nicht in der Cancha von Huracan und auch vor gerade einmal 23.000 Zuschauern gespielt werden durfte.
Da ich die anderen drei, welche schon ausgecheckt hatten, verpasst hatte, machte ich mich alleine auf den Weg nach La Boca. Hier verbrachte ich einen grossten Teil des Tages, spazierte durch die bunten Gassen und versuchte mich vor den stark nervenden und mit ihren Benehmen auch schon an Paraguay erinnernden Verkäufern in acht zu nehmen, welche einen fast schon an ihren Stand, ins Restaurant oder zum Foto, für welches sie hinterher bezahlt werden wollten, zwangen- sehr nervend und bewirkt auch (bei mir wenigstens) eher das Gegenteil von dem, was sie eigentlich vorhaben.
Irgendwann baute sich vor mir dann auf einmal wieder die Bonbonera auf. Zuerst schaute ich hier ein bisschen in den umliegenden Fanshops rein, welche teilweise sogar von La Doce, der Barra Brava der Boca Juniors, produzierte Ninja- Zipper verkauften, hinterher noch in den offiziellen Fanshop, wo ich mich dann spontan dazu entschloss, eine Stadionfuehrung mitzumachen. Von dieser war ich hinterher jedoch eher enttaeuscht, da meiner Meinung nach zu wenig auf La Doce und beispielsweise deren Ticketverkauf eingegangen wurde und die Gruppe, mit denen ich die Fuehrung bestritt, komplett aus Touristen und Kutten ("Komm, mach mal ein Foto von mir wie ich hier den Zaun (welcher vor der Tribuene steht) hochkletter" soll mal nur ein Beispiel von vielen sein...) bestand, WM2006- Volk halt...
Abends bin ich dann, da ich die anderen drei immernoch nicht getroffen hatte, ins Kino gegangen um mir dort den Film "No mires abajo" anzuschauen. Wirklich zugesagt hat mir dieser Film, in dem einiges an nackter Haut zu sehen war, jedoch nicht so und so war ich schon ein wenig froh, als dieser dann ein Ende fand. Zurueck zum im Hostel traf ich dann schliesslich doch auf Felix, Mischa und Tammo.
Donnerstag, 4. Dezember 2008
Als erstes checkte ich bei mir aus um im schraeg gegenueberligendem "Avenue Hostel" einzuchecken, welches meine drei Mitreisenden vor wenigen Tagen entdeckt hatten und ganze 10 Pesos billiger als mein altes Hostel war, so dass ich nur noch 25 Pesos (ca 6 Euro) zahlen musste. Da das Hostel von einem israelischen Ehepaar gefuehrt wurde, war neben der Speisekarte, welche sogar auf hebraeisch geschrieben war, auch der Grossteil der Gaeste dementsprechend israelisch. Zusammen mit zwei anderen Damen, welche in den Hostels kennengelernt wurden, ging es vormittags nach La Boca und nachmittags nach Recoleta, also den beiden Zielen, welche ich die zwei Tage vorher schon angesteuert hatte. Da wir uns nach unserem Besuch in La Boca zuerst im Hostel ausgeruht haben, kamen wir am Friedhof Recoletas jedoch puentklich zur Toreschliessung an.
Freitag, 5. Dezember 2008
Heute ging es zusammen mit Felix und Mischa wieder nach Recoleta, diesmal auch in den Friedhof, in welchem wir lange Zeit verbrachten. Hinterher schlenderten wir noch ein bisschen durch Palermo, das ganze diesmal, im Gegensatz zu meinem letzten Besuch hier, bei mehr als schoenem Wetter. Irgendwann verabschiedete ich mich dann aber wieder Richtung Fussball zum Spiel
Club Atletico Banfield - A.A. Argentinos Juniors 2:2
Primera Division
Estadio Florencio Sola
7.500 Zuschauer
Primera Division
Estadio Florencio Sola
7.500 Zuschauer
Vom Bahnhof Banfields bin ich dann zusammen mit einem juengeren Fan Banfields, welchen ich nach den Weg gefragt habe, zum Stadion gegangen. Hier hatte ich auch keine Probleme, mir eine Karte zu besorgen und wurde im Stadion sogar von einem Platzanweiser, welcher mir meinen Platz auch noch abwischte, zu meinem Sitz gefuehrt! Der Unterrang der Hintertortribuene, auf welcher die "Banda del Teladro" ihren Standort hat, war zwar leider nur zu hoechstens 2/3 gefuellt, machte aber optisch mit ihren mindestens 30 im Block gespannten gruen- weissen Baendern sowie den Fahnen, die auf diesen Baendern lagen, optisch einen guten Eindruck. Unter diesen Fahnen befand sich unter anderem ein aus vielen verschiedenen Landesflaggen sowie einer Bitburger- Fahne zusammengenaehter und anscheinend als "Andenken" von der WM in Deutschland mitgebrachter Lappen. Die Stimmung von Heimseite fand ich jedoch eher mittelmaessig. Zwar wurde das ganze Spiel ueber eine Reihe an kleinen Fahnen geschwenkt, Lieder uebertrugen sich aber zu selten auf den Rest des Publikums. Trotzdem war der Auftritt der Hinchada Banfields um einiges besser als der des Vereins aus dem Stadtteil Paternal. Die Barra kam hier erst zehn Minuten nach Anpfiff und trat, nachdem sie ihre Baender gespannt hatten, ebenso wie der Rest der hoechstens 100 Fans AAAJs, ueberhaupt nicht mehr in Aktion. Vom Spielverlauf her haetten sie eigentlich viel besser auftreten muessen, da sie bis zur 85. Minute noch mit 2:0 gefuehrt hatten. Erst fuenf Minuten vor Abpfiff konnte Banfield endlich den Anschlusstreffer erzielen, welcher dazu fuehrte, dass teilweise einige meiner Sitznachbarn auf ihren Stuhl standen um ihre Mannschaft nach vorne zu peitschen, was auch gut geklappt hat, da mit der letzten Aktion des Spiels das 2:2 fiel.
Samstag, 6. Dezember 2008
Racing Club de Avellaneda - C.A. Gymnasia y Esgrima de Jujuy 0:0
Primera Division
Estadio Presidente Juan Dom. Peron (El Cilindro)
22.000 Zuschauer
Primera Division
Estadio Presidente Juan Dom. Peron (El Cilindro)
22.000 Zuschauer
Obwohl ich zuerst mit dem Zug eine Station zu weit gefahren war, war ich puenktlich im Stadion, welches das zweitgroesste Stadion Argentiniens ist und auch nur wenige hundert Meter vom Stadion des groessten Rivalen Independiente entfernt steht. Alleine dies ist schon der Wahnsinn, was muessen die Fans wohl denken, wenn sie bei einem Spiel ihres Vereins gleichzeitig auch zwangslaeufig das Stadion des groessten Feindes sehen muessen?! Ich kann mir gut vorstellen, dass der Classico zwischen diesen beiden Vereinen einiges zu bieten hat.
Heute jedoch hatten weder das Spiel noch die Hinchada ausserordentlich viel zu bieten. Das Spiel ging ohne grosse Hoehepunkte 0:0 aus und auch die Hinchada konnte nur teilweise ueberzeugen. Die Barra, fuer die, wie schon bei manch anderem Spiel in Argentinien gesehen, der mittlere Bereich des Stehplatzunterranges freigehalten wurde, kam zehn Minuten vor Spielbeginn ins Stadion, konnte aber sonst nicht gross auf sich aufmerksam machen. In der Pause gab es in meinem Nachbarblock noch eine kleine Boxerei, da die Zaunfahne von einer Gruppe von einer anderen zu Beginn des Spiels ueberhaengt wurde.
Zurueck im Hostel hielten wir uns nahezu den ganzen Abend auf einer der Balkons zur Avenida 5 de Mayo auf, da auf dieser den ganzen Abend ueber eine grosse Tango- Show war und wir das Glueck hatten, dass eine der Hauptbuehnen direkt vor unserem Hostel aufgebaut wurde. Die Taenzer, die hier auftraten, waren auch allesamt mehr als sehenswert.
Sonntag, 7. Dezember 2008
Buenos Aires - Asuncion
Heute war er also gekommen, unser (vorerst) letzter Tag in Buenos Aires. Nachdem wir uns von Tammo, bei dem man echt gedacht haette, dass der es noch schafft, seinen Bus zu verpassen, und spaeter von Felix verabschiedet hatte, gingen Mischa und ich noch zusammen auf den Antikitaetenmarkt in San Telmo. Obwohl dieser Stadtteil extrem von Touristen ueberlaufen war, war es doch sehr interessant und schoen dort. Am spaeten Nachmittag ging es dann fuer unseren Bus nach Asuncion zum Retiro.
Montag, 8. Dezember 2008
Asuncion
Asuncion
Nach ungefaehr 15 Stunden Fahrt bekamen wir an der Grenze zu Paraguay ob der im Gegensatz zu Bs.As. "leicht" hoeheren Temperaturen einen leichten Schock. Die Grenzbeamten hier waren relativ locker, im Gegensatz zur Einreise nach Argentinien wurde hier auch unser Gepaeck nicht kontrolliert. Wenn wir nicht schon wegen der unglaublich hohen Temperaturen gemerkt haben, dass wir wieder zu Hause in Paraguay sind, dann wohl spaetestens daran, dass unsere Reisepaesse im Bus von der Person verteilt wurden, welche uns auch hinterher seine gebrannten DVDs anbot.
PS.: Fotos vom zweiten Teil der Reise werden auch demnaechst bestimmt noch folgen. Mir selber ist nach meinem Boca- Reinfall ein wenig die Lust vergangen, selber eine Kamera mitzuschleppen.
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