Dank des Nachtbusses, welchen ich in Asuncion nahm, kam ich schon relativ frueh morgens in Corrientes an, so dass ich noch den ganzen Tag hatte um mir die Stadt anzuschauen oder auch Teile meiner Gastfamilie, die in diesen beiden Staedten wohnen, zu besuchen. So frueh morgens, kurz nach sieben Uhr, wollte ich diese dann jedoch doch nicht aus dem Bett werfen und so entschloss ich mich dazu, erst schoen zu fruehstuecken, die Lokalzeitung unter
anderem ueber Infos zu meinem Spiel studieren und mich danach langsam auf in Richtung Innenstadt zu machen. Beim lesen der Zeitung bekam ich dann aber auf einmal einen leichten Schock, als ich auf einmal, nach einem kleinen Bericht ueber das letzte Aufeinandertreffen beider Mannschaften, welches nach 41 Minuten wegen Steinewuerfen aus
dem Chaco- Block abgebrochen wurde, das Wort "Fantasma" (=Geist/ Gespenst) las und dies direkt mit dem deutschen "Geisterspiel" gleichsetzen musste. Zum Glueck konnte mich aber der Verkaeufer beruhigen, welcher meinte, dass "fantasma" wohl irgendwas mit Textil Mandiyu, dem Verein aus Corrientes, zu tun hatte und das Spiel definitiv vor Zuschauern stattfinden wuerde.
So konnte ich mich beruhigt auf machen Richtung Innenstadt. Vorher unterhielt ich mich noch an der Bushaltestelle mit dem Besitzer einer Werkstatt, welchen, nachdem ich ihn nach dem Weg in die Innenstadt gefragt hatte, an meinem Akzent erkannt hatte, dass ich kein Argentinier sein kann, ueber Schueleraustausche und sonst Zeug, was dazu passt. Irgendwie passiert passiert mir dies, so einfach mit Leuten ins Gespraech zu kommen, in Paraguay im Gegensatz zu Argentinien ziemlich selten. Paraguayis (schreibt man das so?!) sind meiner Meinung nach dann doch relativ Irgendwann kam ich dann doch in der Innenstadt von Corrientes, was mit ca 300.000 Einwohnern die Hauptstadt der
Nach diesem Besuch dort ging ich langsam wieder zurueck Richtung Busbahnhof, schliesslich hatte sich der grosse Zeiger der Uhr (gut, meiner jetzt nicht, bei Digitaluhren geht dies meistens schlecht) schon ein paar mal um die zwoelf gedreht, mittlerweile war es schon gegen drei und um sechs sollte das Spiel in Resistencia stattfinden. Auf den Weg zum Busbahnhof bekam ich auch noch ein paar der Wandbilder, fuer die Corrientes auch als eine Art Gegenpol zu Resistencia, der selbsternannten "Stadt der Standbilder", bekannt ist, zu sehen.
Club Atletico Chaco for Ever - Deportivo Textil Mandiyu 3:3
Torneo Argentino B
2.000 Zuschauer
Estadio Juan Alberto Garcia
Torneo Argentino B
2.000 Zuschauer
Estadio Juan Alberto Garcia
Rechtzeitig kam ich also im nur wenige Kilometer entfernten ca 350.000 Einwohner grossem Resistencia an, welches die Hauptstadt der Provinz Chaco ist, und fand auch irgendwie nach ein wenig herumirren und schlussendlich dem Benutzen eines Taxis das Stadion des Vereins Chaco for ever. Chaco for Ever hat vor Jahren auch mal in der Primera Division gespielt, kickt
Als ich am Stadion ankam, war ich ziemlich enttaeuscht ob der anwesenden Hinchas. Obwohl es ein Classico war (und dies gar auch ein gar nicht mal so uninteressantes, wie ich diversen Berichten entnehmen konnte, das Hinspiel wurde ja auch nach 41 Minuten wegen Steinwuerfen aus Reihen Chacos abgebrochen), war noch ziemlich wenig los. Ich sah mich ein wenig im
Auch im Stadion selber war noch relativ wenig los, die Gruppen sammelten sich langsam, hingen ihre Fahnen auf und spannten ihre Baender. Waehrend die Spieler sich noch auf dem Spielfeld am aufwaermen waren, schaffte es ein Hincha es auf das Feld zu gelangen, seine Fahne auf den
Zu Spielbeginn gab es von Textil Mandiyu sowie den beiden Fangruppen Chaco´s, jeweils eine auf der Gegen- und der Hintertortribuene, Papelitos, welche bei Textil jetzt im Gegensatz zu Chaco nicht so berauschend wirkten.
Das Spiel war ziemlich gut und stellenweise konnte es auch zeigen, weshalb es Clasico geschimpft wird. So ging Textil ziemlich schnell 2:0 in Fuehrung, kurz vor der Halbzeit konnte Chaco aber durch einen verwandelten Elfmeter den Anschluss erzielen. In Halbzeit zwei ging zunaechst wieder Textil in Fuehrung, doch Chaco schaffte es, noch zwei Tore zu erzielen und so schlussendlich doch auszugleichen. Ein richtig guter Spielverlauf u
Dies wirkte sich auch auf die Tribuene aus (oder auch andersrum, je nachdem), wo beispielsweise selbst kleine Kinder mit runter zum Zaun mitrannten um Gegner, welche
gerade an der Seitenlinie behandelt wurden, zu beschimpfen, mit Cola zu beschmeissen oder auch mal zu bespucken.
Die Stimmung war ansonsten trotz der unvorteilhaften Tabellenkonstellation und den viel zu
Direkt mit Abpfiff stuermte der Gaestemob nach draussen, wo jedoch wegen der Blocksperre fuer die Heimseite, die das Unentschieden wie einen Sieg feierte, nichts weiter passiert ist. Zum Ende der Blocksperre liessen sich auch nochmal kurz die Spieler Chaco´s blicken, welchen auch noch einmal zugejubelt wurde.
Zurueck am Busbahnhof, diesmal habe ich per Bus den Weg dorthin gefunden, schaffte ich es endlich Juan zu erreichen, welcher mich ungefaehr eine halbe Stunde spaeter mit seinem Motorrad dort abholte. Vorher informierte ich mich noch ein bisschen ueber die Abfahrtszeiten und Preise und stellte so fest, dass eine Rueckfahrt noch in derselben Nacht nur halb so viel kosten wuerde wie eine am naechsten Tag, wie ich es ja eigentlich geplant hatte. So kaufte ich direkt ein Ticket fuer den Bus um halb eins morgens und fuhr mit Juan ins Centro von Resistencia, wo wir, nachdem ich mich kurz bei Juan geduscht hatte, ein Bier trinken und ein paar Empanadas essen gegangen sind. Obwohl die Zeit langsam drueckte bestellten wir noch ein Bier und mussten uns, nachdem die Kellnerin erst noch jemanden finden musste, der ihr Juan´s 50 Pesos- Schein wechselt, ordentlich sputen. Puenktlich um halb eins kamen wir dann am Busbahnhof an, doch ein Bus nach Asuncion war weit und breit nicht zu sehen. Nach kurzer Nachfrage wurde uns dann gesagt, dass dieser gerade eben puentklich losgefahren sei, umtauschen koennte ich mein Ticket nun auch nicht mehr. Toll!!! Naja, so hatten wir jetzt noch weitere 2,5 Stunden fuer ein oder zwei weitere Bier Zeit, darunter sogar das gute Warsteiner. Den Bus schaffte ich dann aber doch ohne Probleme, wo ich eine deutsche Austauschschuelerin (aber nicht vom AFS) kennenlernte und kam, nach bestimmt mehr als zwei sinnlosen Stunden Aufenthalt an der Grenze, vormittags in Asuncion an.
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