Ich will Euch mal versuchen zu beschreiben, wie denn Weihnachten, was ja mittlerweile leider nahezu ueberall auf der Welt beinahe gleich aussieht, und Silvester hier in Paraguay Bzw. Argentinien gefeiert werden.
Im Vorfeld schon werden die Haeuser, wie in Deutschland auch, mit dem ueblichen Weihnachtsschmuck wie Lichterketten oder
Dies sind jedoch so ziemlich die einzigen Sachen, die mich auf Weihnachten hinweisen und in "Weihnachtsstimmung" bringen. Alleine die Temperaturen wirken mit ihren 30 bis 40 Grad, teilweise sogar noch weit darueber, alles andere als weihnachtlich. Auch werden (abgesehen von dem nervigen Plastikweihnachtsmann jetzt und anderen wenigen, auch nicht gerade ruhmreichen Ausnahmen) kaum Weihnachtslieder gespielt und etwas aehnliches wie einen Weihnachtsmark sucht man hier auch vergeblich. Ausserdem wurde der von meinem Gastvater aus Belgien mitgebrachte und mit feinsten Pralinen gefuellte Adventskalender nicht ein einziges Mal angeruehrt, geschweige denn aus dem Kuehlschrank, in dem er seit seiner Ankunft ruhte, herausgeholt. Hier ruht er uebrigens nun immernoch, obwohl mir vorher, nachdem ich meine Familie auf diesen angesprochen und diesen den Kalender ein wenig naehergebracht hatte, gesagt wurde, dass dieser komplett an Weihnachten geleert wuerde... Warum dies erst an Weihnachten geschehen sollte und nicht, wie ja normalerweise Tag fuer Tag ein Tuerchen geoeffnet wuerde- irgendeinen Grund muss es ja geben, dass er 24 davon hat- geoeffnet wurde, blieb und bleibt mir immernoch ein Raetsel.
Adventssonntage, bei denen ich es bisher immer gewohnt war, wenigstens Nachmittags zusammen mit meiner Familie bei Kerzenschein, Christstollen, Lebkuchen, (meistens von meiner Mutter gebackene) Plaetzchen oder Spekulatius und sonstigen, typisch weihnachtlichem Gebaeck um den Adventskranz zu sitzen, wurden hier ebenfalls ueberhaupt nicht begangen.
Weihnachten selbst habe ich dann zusammen mit der kompletten Familie, also ungefaehr 30 Leuten, welche ich nun endlich auch alle kenne, bei einer Tante von mir in Formosa/ Argentinien gefeiert. Nach und nach, Heiligabend ist hier ja schliesslich genau wie in Deutschland auch kein Feiertag, trudelten hier dann alle Familienmitglieder ein, begruessten sich gross und brachten ihre mitgebrachten vorbereiteten Speisen zur Terasse. Als dann alle angekommen waren und an der grossen, aus mehreren kleinen Tischen zusammengesetzten, Tafel zusammensassen, wurde dann langsam angefangen, weihnachtstypisch gross zu essen. Neben einigen leckeren Salaten gab es noch gut Fleisch, Chipá- Guazú oder auch Sopa- Paraguaya, zwei typisch paraguayischen Maisgerichten. Als Nachtisch gab es dann einen leckeren Fruchtsalat mit Eis. Um Mitternacht dann, komplett im Gegensatz zu Deutschland, boellerten und feuerten einige Nachbarn ein kleines Feuerwerk ab (von wegen "Stille Nacht,..." und so ;)), tranken wir unseren Sekt, wuenschten uns gegenseitig Frohe Weihnachten und meinem Gastvater beglueckwuenschten wir auch zu seinem Geburtstag. Erst hiernach wurden die Geschenke, welche vorher bei Ankunft der Familienmitglieder unter den kleinen Plastikweihnachtsbaum gelegt wurden, verteilt. Ein T- Shirt habe ich dann auch abstauben koennen :) Allgemein waren die Geschenke hier aber eher kleine Aufmerksamkeiten, fuer die Kinder etwas groessere, aber doch anders als in Deutschland, wo manch Kinder teilweise mit Geschenken ueberhaeuft werden. Bis halb drei morgens blieb der Grossteil der Familie noch zusammen und erst dann ("Wie, losgehen? Es ist noch viel zu frueh!" kam gegen zwei Uhr von einem meiner Cousins) verabschiedeten meine Cousins und ich uns in Richtung der Disco eines meiner Cousins. Unterwegs haben wir dann noch einige sehr huebsche Chicas, Bekannte von meinem Cousin, aufgegabelt, mit denen wir dann den restlichen Weihnachtsmorgen bis zur Schliessung der Disco verbracht haben.
Silvester feierten wir bei der Familie meiner Gastmutter in einem Vorort von Luque, einer Nachbarstadt Asuncions. In diesem Vorort moechte ich auch nicht gerade unbedingt bei Dunkelheit herumlaufen, meine Gasttante und andere haben da mit ihren Geschichten doch leicht abgeschreckt. Auch bei Regen moechte ich nicht gerade dort sein, weil man dann, so wie der Zustand der Strassen ist, doch hoechstwahrscheinlich fuer´s erste dort eingeschlossen ist.
Ganz so viele wie Weihnachten waren wir an Silvester mit vielleicht zwoelf Personen dann nicht. Im Nachbarhaus, in dem noch eine Schwester meiner Gastmutter lebt, feierten nochmal gut zehn Leute. Warum nicht zusammen gefeiert wurde weiss ich auch nicht, laedt sich eigentlich ein, wenn man schon nebeneinander wohnt. Wieder wurde gut gegessen, wieder mit Chipá- Guazú, Sopa- Paraguaya, Fleisch und einigen Salaten sowie auch Fruchtsalat zum Nachtisch. Um Mitternacht gab es dann, nachdem wir uns alle ein Frohes Neues Jahr gewuenscht haben, dass uebliche Feuerwerk, wobei es bei uns etwas kleiner ausfiel. Da es hier viele Leute gibt, die mit Pistolenschuessen das neue Jahr einleiten, stellten wir uns zuerst auch unter, weswegen unser "Feuerwerk" etwas spaeter startete.
Insgesamt begang ich das neue Jahr also eher ruhiger, habe dafuer jedoch, nachdem ich schon an Weihnachten die komplette Familie meines Vaters kennenlernen durfte, auch die Familie meiner Mutter kennengelernt. Ausserdem habe ich es auch locker 50- 60 Grad waermer gehabt als Ihr, was sich einfach nur genial anhoert ;)
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