Dienstag, 9. Juni 2009

Pedro Juan Caballero, Grenze zu Brasilien

Mit ein klein wenig Verspaetung hier mal ein kleiner Bericht zur Grenzstadt Pedro Juan Caballero, wo ich Anfang Mai war.

"Pedro Juan Caballero?! Dann bring mir doch bitte einen Kilo Heroin mit." So aehnlich war (nicht nur) die Redaktion meines Gastvaters, als ich ihm sagte, dass ich ueber das Wochenende nach Pedro Juan fahren moechte. Aufgrund ihrer Lage direkt an der Grenze zu Brasilien gilt diese Stadt hier naemlich als eine DER Drogenschmugglerstaedte Paraguays.
Freitagabend vom Terminal in Asuncion losgefahren gab es schon nach hoechstens einer Stunde Fahrtzeit den ersten Zwischenfall, als zwei Sitzreihen vor mir auf einmal der Feuerloescher los ging und den kompletten Bus mit seinem orangenem Puder bedeckte. Waehrend ich ruhig blieb, geriet eine Dame hinter mir anscheinend leicht in Panik, packte ihre Sachen zusammen und war, obwohl sie nicht direkt an der Treppe zum Ausgang sass, eine der ersten, die den Bus verliess,welcher natuerlich direkt hielt. Wir alle standen nun eine gute halbe Stunde frierend am Strassenrand und versuchten uns so gut wie moeglich vom Feuerloescherstaub zu befreien, waehrend der Busfahrer zusammen mit dem zweiten Begleiter dasselbe im Bus versuchten. Wieso der Feuerloescher ploetzlich ausgeloest wurde, wurde uns jedoch nicht gesagt.
Am naechsten Tag kam ich nit ein wenig Verspaetung im Gepaeck kam ich am fruehen Samstagmorgen am kleinem Terminal Pedro Juan`s an und fand auch schnell ein nahegelegenes und vor allem preisguenstiges Hotel. Das Hotelzimmer war ueberraschend gross und sogar mit einem kleinem Fernseher ausgestattet. Negativ war jedoch, dass die "Bettdecke" doch ein wenig zu duenn war.
Kurze Zeit ausgeruht ging es spaeter auch raus um ein wenig von Pedro Juan Caballero oder deren brasilianischer Nachbarstadt Ponta Pora zu sehen. PJC erwies sich jedoch als nicht besonders interessant, so dass es mich schnell immer weiter Richtung brasilianischer Grenze zog, welche hier offen ist, man also ohne Pass- oder sonstigen Kontrollen von einem Land ins andere gehen kann. Hier sind vor allem auf paraguayischer Seite ziemlich viele Staende aufgebaut, an denen man allerlei gefaelschtes Zeug bekommt. Schoen sind hier vor allem die Staende, an denen gebrannte CDs oder DVDs verkauft werden und man sich, aufgrund der relativ guten Organisation derer, beinahe wie in einem normalem kleinem Musikgeschaeft vorkommt. Selbst im direkt an der Grenze stehendem Shoppingcenter von Pedro Juan gibt es ein Musikgeschaeft, welches nur gefaelschte CDs im Angebot hat. Gekauft habe ich von diesen Sachen dann aber letztlich doch nichts, bekomme ich diese schliesslich doch auch ohne weiteres bei mir in Asuncion. Nachdem ich in einem Supermarkt, welcher zwar noch auf paraguayischen Boden steht, die Verkaeuferinnen jedoch trotzdem groesstenteils portugiesisch sprechen, endlich wieder den guten Guarana- Antarctica kaufen konnte, auf die andere Strassenseite und zum ersten Mal nach mehr als 1 1/2 Jahren betrat ich wieder brasilianischen Boden. Gut, es war jetzt nur eine kleine, ziemlich unbekannte Grenzstadt, aber immerhin. Viel zu sehen gab es hier jedoch ebenfalls nicht, so dass ich mich doch etwas zeitiger auf den Weg zurueck nach Paraguay und dem heutigem Fussballspiel machte.

Club 2 de Mayo - Club Olimpia 2:3
Primera Division
Estadio Monumental Rio Parapiti
5.194 Zuschauer

Dieses war, entgegen meinen Erwartungen, ziemlich interessant. 2 de Mayo, welche momentan gegen den Abstieg spielen, fuehrten nach 45 Minuten ueberraschenderweise mit 2:0. Nachdem in der ersten Halbzeit schon ein Spieler des Feldes verwiesen worden ist, standen nach einer Stunde insgesamt nur noch 19 Spieler auf dem Feld, neun bei 2 de Mayo und zehn bei Olimpia. Zuerst konnte Olimpia aus dieser Uebermacht kein Kapital schlagen, doch zehn Minuten vor Ende des Spieles gelang es Olimpia, innerhalb von zwei Minuten das Spiel wieder auszugleichen. Direkt nach dem zweiten Tor der Gaeste wurde mit einem Spieler Olimpias der vierte Mann vom Platz gestellt, so dass nun beide Mannschaften mit neun Spielern auf dem Feld standen. Trotz der Schwaechung mit der gelb- roten Karte konnte Olimpia den Schwung, den sie mit den beiden Toren erhalten haben, weiter ausnutzen und schaffte es so, in der letzten Minute das Spiel komplett zu drehen und den Siegtreffer erzielen.
Waehrend des Spieles war von de 2 Mayo keine Unterstuetzung zu vernehmen, es war noch nichtmals ein Fanblock vorhanden. Die mitgereisten Olimpistas konnten im Gegensatz zur Gegenseite richtig ueberzeugen. Neben einem gut beflaggtem Zaung sowie den ueblichen Liedern, welche das ganze Spiel ueber von ihnen intoniert wurde, gab es noch die zwei bekannten, auf der Tribuene ausgebreiteten Trikotfahnen, eine Blockfahne und Mitte der ersten Halbzeit eine kleine Pyroshow mit ca 15 Fackeln zu sehen. Insgesamt wieder ein sehr ueberzeugender Auftritt Olimpias, an den die Spieler zumindest in der zweiten Halbzeit auch anknuepfen konnten.










Links Brasilien, rechts Paraguay

Dank fehlender Motivation verwarf ich am naechsten Morgen meinen Plan, mir eine weitere Stadt oder zumindest PJC und Ponta Pora weiter anzuschauen, da diese beiden Staedte, abgesehen davon, dass sie eigentlich eine einzige Stadt sind, welche in zwei Laendern liegt, doch wenig bis keine Hoehepunkte zu bieten haben. Am fruehen Nachmittag trat ich so den Rueckweg nach Asuncion an. Einen kleinen Hoehepunkt konnte diese noch bieten, da man sich mit der Landschaft auf den ersten 100- 150 km von Pedro Juan raus fast wie "In einem Land vor unserer Zeit" vorkommt, nur dass der kleine Dinosaurier Littlefoot und seinen Freunden fehlen ;)

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